von Brü
Pfarrer schreibt an MöhneReport.
Keine blanke Nachricht, es ist schon etwas persönlicher. Der Reihe nach:
Schon seit fünf Monaten grübelt der katholische Pfarrer, was er dem Erzbistum antworten soll. Nun steht fest: Mit Beginn des neuen Schuljahres übernimmt Ludger Eilebrecht Aufgaben als Schulseelsorger und Gemeindepfarrer in Brakel. Er kam mit dem Zug in Soest an vor elf Jahren, wanderte von dort zu Fuß nach Körbecke.
Sternzeichen Regenwurm
Ich habe ihn damals für eine Tageszeitung begleitet und mir erzählen lassen aus seinem Leben. Im Café am Dom in Soest sollten sich unsere Wege wieder trennen. Ich konnte nicht, weil es noch nicht die Zeit dafür war: Ich habe die Strecke verlängert bis zum Hiddingser Weg, dann bis zum Stadtrand, dann sind wir bis Hiddingsen zur Steinkiste gelaufen, von dort aus über die ehemalige Panzerstraße nach Büecke — und dann waren wir irgendwann in Körbecke, wo am Tollpost ganz passend ein Taxi die Schützenstraße hochkam, um mich wieder mitzunehmen nach Soest. Eine ganz und gar erstaunliche Wanderung. „Sternzeichen: Regenwurm“, so hat sich Ludger Eilebrecht vorgestellt und über das ganze Gesicht gestrahlt. Hat man selten, dass man sich auf Anhieb so gut versteht.
Persönliche Erklärung vom Pfarrer
Ludger und ich, wir hatten es vor, wir sind aber noch nicht wieder gemeinsam spazieren gegangen. Es hat sich nicht ergeben. Vielleicht sollte es auch so sein, denn dieser gemeinsame Weg von Soest nach Körbecke war ganz besonders. Als ich den Rechner anmache heute Morgen und die WhatsApp-Nachrichten aufploppen, da sehe ich sofort: Ludger hat geschrieben, in den Pfarrnachrichten steht es auch schon. Er wird fort müssen. Und: Zum Glück ist er noch ein paar Tage hier vor Ort. Da bin ich dann eher dankbar als traurig. Und wer weiß: Vielleicht ergibt es sich, und wir gehen den Weg gemeinsam von Körbecke zurück zum Bahnhof…
Ludger Eilebrecht schreibt:
„Nach 11 Jahren rufen mich neue Aufgaben vom Möhnesee weg in meinen Heimatkreis: Ich werde zum neuen Schuljahr die Stelle des Schulseelsorgers an den Schulen der Brede in Brakel, Gymnasium und Realschule in der Trägerschaft des Erzbistums, übernehmen, und darüber hinaus als Pastor im dortigen Pastoralverbund Brakeler Bergland tätig sein. Nach ersten Anfragen Anfang des Jahres und einem erfolglosen Ausschreibungsverfahren ist der Ruf erneut an mich ergangen, dem ich zugestimmt habe. Diese Entscheidung fällt mir nicht leicht. Hier verlasse ich nach wunderbaren Jahren liebgewonnene Menschen und lebendige Gemeinden, und viele Aktive, die in den verschiedenen Bereichen der Kirche ein freundliches Gesicht, eine starke Stimme und zupackende Hände gegeben haben. Die Zeit hat mich sehr geprägt; an keiner Stelle war ich so lange, wie jetzt hier am Möhnesee und im Pastoralen Raum Soest.
Derzeit wird intensiv an möglichen Formen der Besetzung und der Erhaltung der Aufgaben und Dienste gearbeitet, sowohl für die alltägliche Seelsorge und die Sakramente, die Begleitung der Menschen und organisatorische Aufgaben, als auch für die besonderen Zuständigkeiten und Projekte wie die Kirche am See und die Geistliche Begleitung der Schützen, der Pfadfinder, Schulen, Seniorenheime und sozialer Initiativen. Es sind gute Ideen und Gedanken unterwegs, die für die Zukunft zuversichtlich stimmen. Es ist noch Zeit, die damit einhergehenden Fragen zu beraten und Übergänge gut zu gestalten. Ich bitte dabei um gute Kooperation, bleibendes Engagement und das gegenseitige Gebet.“
Thomas Brüggestraße